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Candegabe Marcello/Carrara Hugo: 
Praxis der reinen Homöopathie

Artikelnr.: A7
Zustand: Antiquariat
20,00

Klinische Fälle. Annäherung an die praktische und genaue Methode der reinen Homöopathie.
Nach Hahnemann, Kent, Phatak, Allen usw. ist die Homöopathie durch ein Meer der Unsicherheit gesegelt. Der Wissensreichtum der großen Weisen der Homöopathie ist so umfangreich, daß die Nachfolger, als Interpreten einer homöopathischen Bibel, persönliche Theorien neu erschufen, um Lücken zu füllen, die von ihrer Unfähigkeit herrührten, die Grundlagenwerke der Meister zu verstehen.
Daher sind in diesem Jahrhundert verschiedene Schulen mit unterschiedlichen Namen und vielfältigen Theorien entstanden, die für sich die ganze Wahrheit in Anspruch nehmen. Es trifft zu, daß laut besagten Schulen alles wahr ist, was mit ihnen übereinstimmt und alles falsch was nicht hineinpaßt. Aus einem solchen Widerspruch folgt unmittelbar daß der "vorurteilslose Beobachter" - wie Hahnemann ihn sich wünscht - keine Wahl hat, als sich nach der einen oder anderen Theorie zu richten - oder sich an gar keine zu halten - bei schwierigen Fällen immer zu zweifeln, anscheinend ohne Lösung, zu resignieren und auf andere therapeutische Hilfsmittel zurückzugreifen, weil sie an die scheinbaren "Grenzen" der Homöopathie stoßen, und dies führt meist zu Verwirrung.
Dr. Marcelo Candegabe und Dr. Hugo Carrara widmen sich der Aufgabe, mit größtmöglicher Objektivität die äußerst genaue und beinahe mathematische Methode zu erarbeiten und zusammenzustellen, um das begehrte "Simillimum" zu finden, das den Erfolg jeder homöopathischen Bemühung krönt.
Dr. Eugenio Candegabe

Vorwort:

Eine große Aufgabe vertraut mir Dr. Marcelo Candegabe an, indem er mich ersucht, das Vorwort zu seinem Buch zu schreiben. Zum einen ist es das erste Mal, daß eine solche Bitte an mich herangetragen wird, zum zweiten ist dieses Buch dazu berufen, eine herausragende Bedeutung für die Entwicklung der Homöopathie zu erlangen, und zum dritten ist derjenige, der mich um diesen Gefallen bittet, mein Sohn Marcelo.

Ich bin mir meiner Fähigkeit gewiß, zu jeder Zeit eine Vorlesung oder einen Vortrag vor Schülern zu halten, aber um diese Verantwortung zu meistern, mußte ich lange nachsinnen, bevor ich den roten Faden fand. Dabei wurde mir klar, daß es ein ungewöhnlicher Umstand ist, der Verfasser des Vorwortes und zugleich Vater des Autors zu sein.

In diesen Überlegungen war ich, als mir Marcelo - mit diesem feinen Lächeln, das ihn charakterisiert, seit wir uns kennen - das erste Exemplar seines Buches „Schriften zur Homöopathie" überreichte. Mein Leben in seiner ganzen Bewegung und Fülle kam zum Stillstand, als ich interessiert die ersten Seiten las. Und zum ersten Mal, gleich einem Hauptdarsteller, der von der Bühne abtritt und Zuschauer wird, erkannte ich den Arzt Marcelo, den Mann Marcelo.

Kent sagt: „Wissenschaft ist Kenntnis. Kunst aber ist die richtige Anwendung der Kenntnis." Mit einzigartiger Intuition und zugleich wissenschaftlicher Präzision erfüllt Marcelo in diesem zweiten Buch „Praxis der reinen Homöopathie - klinische Fälle" das Versprechen aus seinen „Schriften zur Homöopathie".

In der Tat stellt er sich, zusammen mit dem herausragenden argentinischen Arzt Dr. Hugo Carrara - Lehrer an der Homöopathieschule Verona - der Aufgabe, eine klar strukturierte und belegbare Methode auszuarbeiten, um präzise und fast mathematisch genau das Simillimum zu finden, das alle homöopathische Bemühung krönt.

Ausgehend von den klaren und anerkannten Prämissen Hahnemanns, Kents und anderer herausragender Gelehrter der Homöopathie, verbinden Hugo und Marcelo die Kenntnisse der Homöopathie mit den Gedanken der bedeutendsten zeitgenössischen Vorreiter aus Physik, Chemie, Mathematik und Philosophie (David Bohm, Ilya Prigogine, Karl Pribram, Rene Thom unter anderen).

Nach Hahnemann, Kent, Phatak, Allen usw. segelte die Homöopathie in ein Meer von Unsicherheit. Der Wissensschatz der großen Meister der Homöopathie war derart groß, daß die nachfolgenden Anhänger, gleich homöopathischen Bibelinterpreten, sich ihre persönlichen Theorien schufen, um die Lücke zu füllen, die aus der Unfähigkeit entstand, die Synthese herzustellen, welche nötig ist, um das fundamentale Werk der Meister in seiner Gesamtheit zu verstehen.

Auf diese Weise entstanden in diesem Jahrhundert viele unterschiedliche Schulen mit unterschiedlichen Theorien, die jede für sich die Wahrheit beanspruchten. Diese Schulen sehen die Wahrheit in dem, was mit ihren Ansichten übereinstimmt und nennen Irrtum, was ihnen widerspricht. Angesichts dieser Kontroversen hat der „vorurteilslose Beobachter" - wie Hahnemann ihn forderte - nur die Wahl, sich für die eine oder andere Theorie zu entscheiden, oder gar ganz darauf zu verzichten. Immer voller Zweifel, besonders bei schwierigen Fällen ohne offenkundige Lösung, entscheidet er sich dann für andere therapeutische Auswege, angesichts der vermeintlichen „Begrenztheit" der Homöopathie.

Diese Verwirrung, damit stimme ich mit den Autoren überein, resultiert aus dem „luftleeren Raum" zwischen der Fallaufnahme nach den Vorgaben Hahnemanns und der anschließenden Auswertung. Mit anderen Worten, wenn einmal „die schwerste Arbeit geschehen ist", bleibt die daraus resultierende Hierarchisierung der Symptome dem Scharfsinn des Verschreibers überlassen.

Nach einer erschöpfenden Überprüfling der homöopathischen Lehre machten sich Hugo und Marcelo an die schwierige Aufgabe, eine definitive Antwort auf die Frage nach der Bewertung der Symptome zu finden. Mit der gesammelten Erfahrung der Schulen von Verona und Paschero (Homöopathieschule für Ärzte Argentinien) wurden Hahnemann, Kent, Allen usw. unter die Lupe genommen, und sie verwandelten sich in aufrichtige und präzise Zeugen für dieses Unterfangen.

Wenn für Hahnemann das Konzept von Gesundheit und Krankheit (§9 und §10 Organen) auf den verschiedenen Ausdrucksweisen der Lebenskraft basiert, können die daraus resultierenden Symptome nichts anderes sein als der Ausdruck der beschriebenen Energie. Deshalb muß bei der Bewertung der Symptome die gesamte vitale Dynamik (Intensität, Absicht, Beziehung zum Sinn, zeitliche Abfolge, Dauer und Zeit) bevorzugt gewichtet werden, als wichtigster Parameter für das Gesamtbild des Kranken.

Schon seit einigen Jahren untersuchen Marcelo und ich die verschiedenen Krankheitsbilder im Hinblick auf die Wechselwirkung zwischen der gestörten Lebenskraft und der konstitutionellen Reaktionskraft des Patienten. Wir schufen eine erste Systematisierung mit vier Variablen: eine starke oder schwache Lebenskraft wirkt auf eine harmonische oder disharmonische Reaktionskraft, die Marcelo später als kohärent oder inkohärent bezeichnete. Diese vier Kombinationen, die im folgenden von Hugo und Marcelo wunderbar erläutert werden, dienten anfangs dazu, eine Prognose zu treffen, und zwar noch vor Einnahme des Mittels. Mit großer Befriedigung konnten wir nachweisen, daß unsere Voraussage vor der Mittelgabe völlig mit den „prognostischen Beobachtungen nach Mittelgabe" von Kent übereinstimmte.

Zwar waren wir damit einen klaren Schritt weiter im Verständnis der vielen unterschiedlichen Resultate, und wir sahen voraus, daß die Schwierigkeiten für den therapeutischen Erfolg nicht so sehr auf der Schwere der Fälle beruhte, sondern eher auf dem Fehlen der Harmonie oder Kohärenz in der konstitutionellen Reaktionskraft des einzelnen Kranken.

Doch es ist allein Hugos und Marcelos Verdienst, auf der Grundlage dieser Vorarbeit die Zusammenstellung der vorliegenden Symptomatik mit dem von Hahnemann geschaffen Modell in Einklang zu bringen. In der Tat durchlaufen die in diesem Werk aufgestellten acht Schritte exakt alle von Hahnemann, Kent und Allen aufgezeigten Möglichkeiten. Es ist unnötig, dabei die Wichtigkeit der auffallenden, sonderlichen und charakteristischen Symptome nochmals zu betonen, da diese sowieso von jedem praktizierenden klassischen Homöopathen akzeptiert werden.

Aber wir müssen anerkennen, daß für die Methode, die Symptome in einem Zeitrahmen (historisch, intermediär und aktuell) zu der jeweiligen Eigenart in Bezug zu setzen, die neun beschriebenen Kategorien, von historisch eigentümlich bis unspezifisch lokal, mit einzubeziehen und dies alles vor dem Hintergrund der vorher erwähnten vier Variablen zu verstehen, daß diese Art der Hierarchisierung dazu bestimmt ist, die Systematisierung der Suche nach dem Simillimum grundlegend zu verändern.

Die konzeptionelle Klarheit und Präzision, mit der Hugo und Marcelo die acht Schritte der Fallaufnahme darstellen, begeistert den Leser, der sich mit einem wahrhaftigen Instrument für jede Fallanalyse ausgerüstet sieht, statt wie bisher, bei dem schwierigsten Teil der Arbeit, sich nur auf seine Erfahrung oder persönliche Inspiration zu verlassen.

Im zweiten Teil enthält das Werk detaillierte, kurzgefaßte Beschreibungen klinischer Fälle. Mit großer Klarheit wird das erworbene Wissen auf die einzelnen Patienten angewandt. Der Erfolg in den einzelnen Fällen verleiht die Sicherheit, dabei auf dem richtigen Weg zu sein. Der Leser wird durch die klinischen Beschreibungen die Botschaft des Werkes völlig verstehen. Praxis der reinen Homöopathie wird zweifellos eine unersetzbare Rolle in der geschichtlichen Entwicklung der Homöopathie und in der täglichen Praxis übernehmen.

Es wäre nicht aufrichtig, dieses kurze Vorwort zu beenden, ohne die Gefühle auszudrücken, die mich in diesem Moment am meisten bewegen: Tomas Pablo Paschero, ich fühle Dich an meiner Seite, unvergeßlicher Freund, geschätzter Meister und spiritueller Vater. Lächelnd, mit Wohlwollen und voller Friede siehst Du zu wie Deine Nachfolger Marcelo, Hugo, alle Ärzte Deiner Schule und ich selbst freudig Deinem Vorbild folgen.

EUGENIO FEDERICO CANDEGABE

Inhaltsverzeichnis:

Einführung

Vorausgehende Richtlinien
-einleitende Beobachtungen
- Hypothese

Grundlagen
-Geist der Lehre-Hahnemann
- Organon und die Chronischen Krankheiten - Hahnemann
-Schlußfolgerungen

Die Schritte
-Vorgehensweise
-Anamnese und systematische Befragung

-Erster Schritt
- Erfassen des Bildes der dynamischen Krankheit

-Zweiter Schritt
Charakterologische Symptome
Modalisierte Symptome
Unterstützende Symptome

- Intelligente Repertorisation

-Dritter Schritt
-Kongruenz mit der Materia Medica

-Vierter Schritt
-Gelenkte Zweitbefragung

-fünfter Schritt
- Diagnostik der Ebene

-sechster Schritt
Grundlagen
Theorie der energetischen Ebenen der Konstitutionen
1. Ebene
2. Ebene
3. Ebene
4. Ebene

-Dynamische Prognose

-siebter Schritt
bezogen auf die Gesamtheit der Symptome
bezogen auf das Gesetz der Heilung
bezogen auf die Erstverschlimmerung bzw. Besserung
bezogen auf die akute Krankheit
bezogen auf die neu auftretenden Symptome

-Richtige Verschreibung

-achter Schritt

Fälle der reinen Homöopathie
- Einführung in die Praxis
- klinische Fälle

Epilog

 

 

 

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